Atropa bella-donna L. (Echte Tollkirsche)
Startseite
Artenliste
Familie: Nachtschattengewächse Solanaceae, (Unterfamilie Solanoideae)
Weiterführende Links zu dieser Art: Wikipedia - World Flora Online

Inhaltstoffe



Vielleicht ist Ihnen schon mal zu Ohren gekommen, daß die Tollkirsche Atropin enthält. Hier lesen Sie aber nur was von (S)-Hyoscyamin (in der älteren Literatur auch als L-Hyoscyamin bezeichnet). Wie das? Atropin ist eigentlich ein Gemisch aus zwei Chemikalien, eben (S)-Hyoscyamin [im Bild unten] und (R)-Hyoscyamin [im Bild oben] (in der älteren Literatur auch als D-Hyoscyamin bezeichnet). Die Pflanze selbst bildet nur (S)-Hyoscyamin. Durch Umwelteinflüsse oder bei der Isolierung des Alkaloids kann es allerdings sehr leicht passieren, daß sich ein Teil des (S)-Hyoscyamin in (R)-Hyoscyamin umwandelt (und falls sich schon genug (R)-Hyoscyamin gebildet hat, auch umgekehrt). Diese gegenseitige Umwandlung wird in der Chemie als Racemisierung bezeichnet. Ein Gemisch, das aus gleichen Teilen von (S)- und (R)-Hyoscyamin besteht, bezeichnet man als Atropin (bzw. allgemein als Racemat oder racemisches Gemisch), korrekter auch als (R,S)-Hyoscyamin. Atropin ist nur halb so giftig wie (S)-Hyoscyamin. (R)-Hyoscyamin hat also keine Giftwirkung.

Literaturquelle: Giftpflanzen.com
Verbreitung

Typisch Braunviolette bis grünliche, glockige Blüten, hängen einzeln in den Blattachseln. Glänzend schwarze, kirschgroße Früchte.
Beschreibung Blüte 2,5-3 cm lang. Beere zuerst grün, dann schwarz. Blätter bis zu 15 cm lang, wechselständig, im Blütenbereich jeweils 1 großes und 1 kleines Blatt scheinbar gegenständig. Blätter eiförmig zugespitzt, flaumig behaart.
Vorkommen Schuttplätze, Wegränder, Ödflächen. Zeigt Stickstoffreichtum an. Zerstreut..
Wissenswertes Die Pflanze ist tödlich giftig. Sie enthält die Alkaloide Hyoscyamin, Scopolamin und Atropin. Atropin erweitert die Pupillen. Dies wurde früher als schön empfunden und floss in den Artnamen ein (lat. bella donna = schöne Frau). Vögel wie Drosseln können die Beeren unbeschadet fressen und so die Samen verbreiten.
Verwechslung .
Ethymologie Der botanische Gattungsname Atropa ist abgeleitet vom Namen der Göttin Atropos, in der griechischen Mythologie gemeinsam mit Klotho und Lachesis eine der drei Schicksalsgöttinnen. Während Klotho den Schicksalsfaden spann, Lachesis seine Länge festlegte, war es die Aufgabe von Atropos (vom griechischen Wort atropos für "unabwendbar"), ihn bei Ende der Lebenszeit zu durchtrennen.
Literaturquelle: Kosmos "Was blüht denn da?", "Das Original" 2008